Auf dem Balkon die mp3s vom AVM Mediaserver oder einfach Internetradio hören, das war mein Anliegen. Nach kurzer Suche konnte ich dem dnt IPodio Style für knapp 77 EUR bei Amazon nicht wiederstehen.
Der erste Eindruck(Version v257-a-756-a-122-003)
Das Radio gibt sich solide, man hätte aber noch ein wenig an der Hochwertigkeit oder in VW Deutsch der "Wertigkeit" arbeiten können.
Es verbraucht 4,0 Watt mit Ethernet, 6,0 Watt im WLAN-Betrieb und unter 1,3Watt im Standby.
Technikaffinen Menschen erschließt sich die Bedienung direkt, so dass man nicht unbedingt Handbuch lesen muss.
Das Radio merkt sich einmal gemachte Einstellungen wie WLAN Key, Lautstärke und Passwörter für CIFS Freigaben, die Uhrzeit allerdings verliert es leider sobald der Netzstecker weg ist. Hier scheint man an einem Akku gespart zu haben, was eigentlich nicht schlimm wäre, da das Radio über NTP die aktuelle Uhrzeit abfragt. Leider funktioniert das nach dem automatischen Softwareupdate aber nicht mehr.
Man kann einen lokalen mp3 Server via CIFS einlesen, dieser Vorgang dauert aber je nachdem wie viel Musik man dort gespeichert hat, sehr lange.
Ab einer bestimmten Anzahl bricht der Vorgang ab, was sehr ärgerlicher ist da man dann überhaupt keine Daten hat.
Mit 70 mp3 Files funktioniert es aber. Leider speichert das Radio die einmal gelesenen Dateien nicht, so dass man diesen Vorgang jedes Mal wiederholen muss.
Das ist überhaupt nicht praktikabel und die Funktion somit praktisch nutzlos. Hoffentlich wird das in einer neuen Firmware gefixt.
Selbstverständlich kann man den Windows Mediaplayer oder eben eine AVM Fritz.box als Mediaserver ansprechen und so bequem die geliebte Musik hören.
Zwanzig Sender lassen sich auf der Fernbedienung direkt abspeichern, möchte man aber ein Favoriten Menü nutzen, muss man auf den kostenlosen Service von reciva zurückgreifen.
Alles zusammen ist das Gerät eine schöne Spielerei und wer gerne Ausländische Radiosender hört oder wie ich in Trier gerne mal FFN Frühstyx Radio aus Hannover, der wird das Gerät gut finden. Leider gibt es kein Batteriefach, so ist der Betrieb auf dem Balkon immer mit dem legen einer Stromleitung verbunden.
Es ist übrigens gut zum überwachen des Netzwerkes, keine Musik mehr = Netzwerkproblem.
Die Innereien
Um das Radio zu öffnen, reicht es die Frontblende am unteren Ende auf beiden Seiten nach vorne zu ziehen und dann noch oben zu entfernen.
Dann noch 8 Schrauben lösen und das Radio lässt sich in zwei Hälften aufklappen, dabei bitte Vorsicht walten lassen, das Kabel für die WLAN-Antenne könnte sonst reißen. Bei halb geöffnetem Gehäuse den Stecker der Antenne einfach abziehen und schon ist die Gefahr gebannt.
Überall wird mit Wasser gekocht, so auch hier. Das Radio ist nicht weiter als die Kombination von frei erhältlichen Einzelteilen.
Für die WLAN Verbindung sorgt ein handelsüblicher USB-Stick von Ralink des Types RT7. Wer den Stick recyceln will, ab Windows Vista wird er direkt erkannt, für Linux gibt es hier die passende Information.
Das Herz des Radios stellt das eigentliche Radiomodul namens Baracuda der Firma reciva dar.
Auf dem Modul sitzt ein Samsung 32-Bit RISC Prozessor, ARM S3C2410AL-20 mit bis zu 266MHz, der große Bruder treibt übrigens das Openmoko Telefon an. Laut Datenblatt hat der Prozessor neben USB, UART, MMC und LCD Ansteuerung diverse weitere Schnittstellen. Dann finden sich noch 32MB Flash Speicher und ein 256MB SD-RAM Modul.
Es scheint so, als ob viele Hersteller dieses Modul nutzen. Auf dem Board läuft wie anzunehmen war, ein Linux System.
Es wird hier Debian für ARM Prozessoren eingesetzt.















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